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Nur Worte

 

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Amphisbaena

 

 

Sie haben schwarze Augen.
Alle, die mich seh’n,
die mich sehnen.

 

Heute Nacht
habe ich eine Wiege gebaut
und dann wusste
  ich
nicht,
wem soll ich
sie schenken?


Sie haben blaue Augen.
Alle, die mich seh’n,
die mich sehnen.

Sie schleichen
um mein Haus
wie Eid Echsen.
Sie schleichen blind
wie Schleichen.

 

 

Heute Nacht
hat eine Frau
die ein und aus
geht
in mein em Haus…
Sie verbrannte
meinen Kalender
und etwas,
das lag darunter…

 

Ich
habe sie zu mir gerufen
und sie entzündete sich
ein Rauchen.
Das viele brauchen.
Ihr Feuer
tropfte
auf mein Papier.

 

 

Sie haben zwei Gesichter.
Alle, die mich seh’n,
die mich sehnen.

Sie dringen in
meine Träume.
Sie prüfen mich
mit Blick


Der Kalender war fort,
nur noch Kanten.
Und darunter
begraben, meine
Verse,
  Ver se
  ver
verbrannt.

 

Ich war taub,
doch.
Wusste,
der Schmerz
wird kommen.
Kannte ihn.
Der unter den Kanten,
  knowing
  know
    now
wusste,
ich weiß nicht mehr,
wer ich bin.

 

Ich habe nun kein Leben mehr,
heute
häute
ich mich
wie eine Echse.
  Ex se
  ex

 

Ich wollte keine Schuld
geben,
nicht Ihnen,
nicht ihr.
nur mir.

 

Ich wollte alles
vergeben.

 

Alles vergebens
geben
Alles

 

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Selbst und Ur-Teil

Was geht vor,
was hindert dich?
Deinen Wehmut
lindert’s nicht.
Deine Schlagkraft
mindert sich,
jeden Tag,
schau hinter dich!

 

Hand auf’s Herz,
fragst du ernst:
Willst du das,
was du entbehrst?

 

Schade dir
und schinde dich,
deine Trauer
findet dich.
Schlaf nur weiter,
winde dich,
Deine Welt der
Kinder bricht.

 

Hand auf’s Herz,
siehst du erst:
Bist du das,
was du verwehrst?

 

Was du baust
verbindet sich.
Jede Tat wird
dein Gesicht
und du wehrst dich
innerlich
gegen das
was du versprichst

 

Hand auf’s Herz,
spürst du jetzt,
was dich nährt
und dich verletzt?

 

Hand auf’s Herz,
fragst du ernst:
Liebst du das,
was du vermehrst?

 

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Nicht ganz dicht

Das Land
liegt dürr
und ich
ich schwör
dass ich es leise
weinen hör.

 

trockene Tränen
in trockenen Venen
die stocken
und sehnen
was wir Wasser wähnen.

Es kratzt
es krächzt
es klagt
es ächzt
es tobt
und lechzt
in den Rinnen

bis es von innen
mich …
ich!
nicht!
zerfetzt.

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Lichteinfall

Lucifer leuchtet
im Dunkel
aus Angst

Träger
der Hoffnung
Bote
des Lichts

Sie haben ihn
ins Dunkel gebracht
zum Teufel gemacht
verbannt
den Schönen
den Morgenstern

eingegrenzt
in falsche Werte

Venus
der Bote
für Geburt
Kunde
vom Anfang

Na, Tier
in uns
– ein Gruß

Na, Tür
in uns
– nur Ruß

NaTur
in uns
– das Muss

alles rückwärts
jetzt verkehrt
versehrt
das Kreuz
verdreht
in Linien gezogen
gezeichnet
in Leid
boshaft
behaftet
mit Schuld
das Wollen
in harten Ketten
zum Schlafen
gelegt

un-frei

Schrei!
Schlag nach
in deinen Büchern
wenn du nicht
fühlen kannst

Licht kommt
wenn es
am dunkelsten ist
wenn alles kalt ist
und feucht
anzieht
wenn es
nur zum Schein
kein Ende hat
nie

Wenn Zweifel
sich hin
zum Verzweifeln
verkehren

wenn alles
schreit
aus den Tiefen

Erst dann
kommt das Kann
und kann es kommen
zurück
von oben
nur heller
und schneller
und gut.

Das kleinste
Glimmen
ein Trost
und Glut
wieder glühend
heiß
heißt: Licht
Selbst gemacht.
ein Feuer-Werk

ein Feuer
das wir
end-lich
lieben und nähren
rufen und begehren
schützen und bewähren

Was wahr ist
nicht wehren

Erst dann
kommt
alles neu
gemacht
aus Menschenmacht

Einfall
gesehen
im Handumdrehen
geschehen
aus Menschenhand
vergehen
Vergehen
und kommen
wieder

als Licht

Denn Licht
fällt uns
immer wieder
ein

Licht
fällt ein.

Licht – ein Fall




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Vorher-Feuer

Euer Feuer
kommt euch teuer

zu stehen
zu sehen
wie ein Ungeheuer
im Gemäuer
steckt
und schreckt
doch streckt
sich heuer
Nichts
im Licht
des Sehens
wir gehen
immer
weiter
durch Stein
und schrei’n
das Früher an
es soll immer
besser sein
bis wir brennen
gut
in der Glut
unserer selbst
gekochten
Wut
gelegt
und gehegt
ein Ei
der Eigenheit
allein
aus Furcht
vor allem
vor draußen
dem Schein
von frei
sein



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Ein Text, den meine zehnjährige Tochter geschrieben hat:

ICH

Ich bin ICH, seit ich denken kann. Ich bin ICH, seit die Welt denken kann. Ich bin ICH, seit alle, die mich kennen, denken können. Ich heiße ICH, weil jeder aus seiner Sicht ich heißt. Doch ich heiße wirklich ICH, weil mich niemand außer ich kennt und mir deswegen niemand einen Namen gegeben hat. Deswegen wurde ICH nie geboren, nur ich wurde erschaffen. ICH bin die einzig beste Freundin von mir.

 

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Die Haut
der Hemmung
hüllt dich ein
weil du
ein Mal
zu viel
heimgekehrt bist
tragend
unter Tränen.

Nun trägst du
alles
wieder hinaus
und hinein
immer wieder
ohne abzulegen,
was dich beschwert.

Es ist
Erwartung,
die Enttäuschung
ruft
und Täuschung
endet
hart.

Ent-Täuschung
zeigt dir,
wie du
gewartet hast
auf was
?   Lass
es hier.

Deine Absicht
ist gut
doch
absehen
von ihr
kannst du
nicht
gut.

Du denkst
zu viel
des Guten.
Du denkst
zu viel.
Lass es
sein.

Ent-täusche
dich.
Geh hinaus
aus deiner Haut
und warte
auf nichts.
Nichts wollen
heißt
nichts fürchten,
auch nicht
den Willen
selbst.

Du bist
nicht unterTan
im Tun.
Taten
gibt es nicht
auf Dauer.
Sie sind
nicht fest.
Halte sie nicht.

Halte dich
nicht zurück.
Halte dich nicht
auf !

Du bist du
nur ganz
im Jetzt.
Du bist ganz
im Jetzt.

Du kannst
das Innere
zeigen
unbeschwert
und das Innere
zeigt
dich ganz.

Zeige dich.
Fürchte nicht dich.




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Doch.

Du kannst auch anderes glauben.
Dunkler_es.

Tu es
nicht.





Gedankenspiele

Wir spielen.
Wir spielen hier.
Wir spielen hier nur.

Wir spielen
hier
nur alle Möglichkeiten durch.

So kann uns
am Ende
nichts mehr
erschrecken.

Das Nichts
kann uns
nicht mehr
erschrecken.

Nicht mehr
als alles.



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gegen-seitig
Veröffentlicht 28. August 2018

 

Gegenseitige An-Fänge

An.
– leuchten.
anleuchten.

gegen-seitig
anleuchten.
leuchten.
– An.

Und dann geht das Licht auf einer Seite wieder aus…

Aus.



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neue Blüte bricht. auf
Veröffentlicht 23. August 2018


Weniger


hinter den Dingen
da wirkst du noch

wenn du das
(Wirken)
(glauben)
kannst.

denn sehen wirst
du
es nicht

wenn du alles
so lässt
wie es ist

wenn du alles
so liebst
wie es ist.

Zerstöre nicht
nur um verstehen
zu wollen
wie es war
vor deiner Tat.

Dann war es
wahr
und ist
nicht mehr

dann weißt du
(mehr)
aber liebst
nicht mehr



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in ein ander
Veröffentlicht 2. August 2018


verkehrter Spiegel

in einander übergehen in

I  in
I  in einander
I  in einander übergehen
I  einander übergehen
I  übergehen in
I  in

_ _ _

nie  I
einander nie  I
gehen über einander nie  I
gehen über ein ander‘  I
nie gehen über  I
nie  I

nie über einander gehen nie

spiegelverkehrt



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öffnen. reißen. neues Nicht
Veröffentlicht 24. Juli 2018


Positiv ist eine Spitze nach vorn

Ja sagen,
wider Erwarten
wieder erwarten

heißt: Wände einreißen.

heißt auch: brechen,
brechen lassen.

den Bruch nicht zu lassen.
Aber: zulassen.

Das Gegen sein lassen,
aus dir heraus und in dich hinein.

Aufgeben
und zugleich
zugeben.

Alles geben.

Es ist Gewalt.
Neues ist Gewalt.

Gewollt?

Dein Haus stürzt ein,
wenn du dich darin entfaltest.

Willst du dein Haus sein?
Weiter und weiter?
Jetzt wie gestern?

Ein Widerspruch
wider aller Sprüche.

Willst du dein Haus sein?
(eins mit dem Bruch)

Oder kommst du
aus dir heraus?
Eins mit dem Bruch.

Es ist Gewalt.
Neues kommt mit Gewalt.

Wenn es kommt
und du dich wehrst,
Gewalt gegen dich.

Wenn es kommt
und du es ehrst,
Gewalt durch dich.
hindurch.

Dein Haus wird fallen.
Willst du stürzen?
Lass es los, gib es her.
Es macht dich schwer.

Steig über die Steine
und steig über die Steine empor.

Neues kommt.

Dein Haus ist verloren.
Du hast dein Haus verloren.

Du hast es zerstört.
Und das ist gut.

Liebe es.
Grüße es.

Danke ihm für all die schönen Stunden.
Und dann geh.

Denn Neues kommt.



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Wünsche
Veröffentlicht 23. Juli 2018



Wenn alle Bäume Trauer tragen
und wir das Land roden,
weil wir Ordnung haben.

Weil wir herrschen wollen.

Ordnung soll herrschen,
alles sauber sein.

Doch steril heißt:
Hier lebt nichts mehr.

Die Bäume wissen das.



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Kar
Veröffentlicht 24. März 2018



Blut der Blüte

Der Frost reißt an den Blüten,
der Mond beschallt den Weg
und niemand kann verhüten,
dass meine Hand nichts hegt.

Niemand kann mich kleiden
für den Sturm auf meiner Haut,
dass ich friere unter Schreien,
die niemals geben Laut.

Drum näh‘ mir ein Kleid aus Zinnien
und näh‘ mir ein Kleid aus Blut.
So kann das Jahr beginnen.
Denn Blüten bluten Mut.



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willentlicht
Veröffentlicht 16. März 2018



Willen        wandeln

Komm.       Entgegne.

Komm mir.       entgegen.

Entgegne,       was mir kommt.

Wandle.       was ich will.

Willentlicht.

Lass mich       mich wandeln.

Lass mich       wandeln.

Lass mich

wandeln.



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vorher_sehen
Veröffentlicht 26. Januar 2018


sehen,

wo nichts zu sehen ist,

wo scheinbar

nur ein Schein

verwischt.

Dort ist,

was du

vorher_sehen

sollst,

das du

lautlos

aus dem Nebel

holst.

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Meer – Mär – mehr – Meer
Veröffentlicht 16. Januar 2018


Das Meer der Angst

ist
die Mär der Angst
bringt
mehr der Angst
wird
das Meer der Angst
ist

Doch siehst du
im Grunde
die Idee

?

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Gesang ohne Form
Veröffentlicht 31. Mai 2017


Transformation ist lila,
dort, wo sich Rot und Blau berühren,
die Verwachsung der Pole.
Die Zwischen-Zeit,
wenn Tag Nacht wird und Nacht wieder Tag.
Kopf und Herz,
Kalt und Warm.

Dort, wo man nichts mehr benennen kann.
Wo es keine Namen gibt, kein Wort.

Denn das Wort ist es, was trennt.
Es zerkaut die Welt in verdauliche Stücke,
mit denen wir die Anderen nähren.
Es bringt uns auf einen gemeinsamen Nenner,
sodass wir wissen.
Wissen, wovon wir reden.
Wissen, worauf wir
gemeinsam
bauen können.

Wir denken
das Wort
bringt uns zusammen.

Doch das Wort ist es,
was trennt,
was uns unter-scheidet
von ein-ander,
vom Ein
vom Sein.

Es trennt
uns
vom unbewussten Leben,
von den Unschuldigen,
die nicht fragen,
die nicht bereuen.

Denn das Wort bringt die Fragen
Was bist du?
Wie ist dein Name?

Im Widerhall
von unserem Schall
erlauschen wir das Du
und formen das Ich.

Wir über-tönen
uns
gegen-seitig.

Du kannst sagen,
was du
willst.
Du kannst nie sagen,
was Lila ist
oder nicht

Nicht Blau,
nicht Rot.
Nicht warm,
nicht kalt.
Nicht schön,
nicht schlimm.

LiLa ist alles
und LiLa ist
nichts.

Lila ist das Schweigen
und Lila ist ein Schrei.

Es schmerzt,
wenn man Licht nicht
verträgt
und zugleich Furcht hat
vor dem Dunkel.
Wenn man alles trennen will,
benennen will
und verstehen.

Wenn man sich festhält
an den Linien.
Halten will,
was steht
da
und da

Li-La

Lila heilt
mit Gewalt
was wir scheiden
und bringt Unsagbares hervor.

Transformation ist
ohne Form
ist
Zwischenform
ist
LiLa.

Li und La
hie und da.
Nie und Ja.

Die Melodie des All_s
Das Ur und das Werden.
Das Ich und das Du.

Du da.
Sie sah.
Die da.
Li La.

Die Lösung
des Worts.

Wenn du also noch nicht schweigen kannst,
wenn du noch nicht schweben kannst,
wenn du noch nicht fassen kannst
und fließen zugleich

dann töne
dann löse
dann sei

dann sing

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Ausgang_punkt
Veröffentlicht 29. Mai 2017


Ausgang – ein Name für den Beginn und das Ende zugleich.
Und auch für das Endlose, das Unendliche.

Ausgang

Etwas geht von einem Punkt aus oder einer Person.
Doch da muss eine Handlung sein, eine Aktion.

Die Ausgangstür.
Etwas geht gut aus. Oder nicht.
Denn manches geht nie aus.

Wie Schall.
Wie Strahlen von einem Punkt ins Nichts.

Es kann eine Explosion sein,
es breitet sich aus.
Oder ein Flügelschlag,
entfaltet sich.
Der Schlag des Herzens,
Freude.

Wie ein Stein,
ins ruhige Wasser geworfen,
und die ringförmigen Wellen darum.
Darum – wie Warum.
Die Ursache und der Grund.

Der Grund, auf dem wir wachsen.
Der Grund aller Bewegung, allen Tuns.

Doch.
Das Doch, der Docht.
Das Licht.

Oder wovon gehst du aus?

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Dem Namen nach
Veröffentlicht 16. MAI 2017


Sturm der Entrüstung

Dem Namen nach
muss der
Sturm der Entrüstung
eine Friedensbewegung sein

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Ausflug am Abend
Veröffentlicht 15. MAI 2017


Das Lied der Amseln

Die Amseln
verstecken ihr Küken im Efeu.
Im Feuerholz unter der Plane.

Die Amseln
hetzen hin und her.
Immer wieder
bringen sie
Wort und Wurm.

Zwischen den Wegen
singen sie.

Warum

Sind die Kinder dort geborgener
als zu Hause im Nest?
Sind sie verborgener?

Ich habe einen Marder gesehen.

Kann man verborgen steigern?
Kann man geborgen steigern

Und wozu
der Gesang?

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in Bedrängnis
Veröffentlicht 9. MAI 2017


wachsen und drängen – eine Begegnung mit Großem

Ein großer Mensch, den ich bewundere. Ich will ihm helfen. Mit meinen eigenen, meinen kleinen Mitteln. Er versteht es nicht. Er sieht allein sich selbst und die Lächerlichkeit. Er holt aus.

Es ist immer die Angst, die schlägt.
Die Angst, die nur die Großen kennen. Die Angst, zu verlieren.

Die große Herausforderung liegt nicht darin, zu wachsen.
Die Herausforderung ist es, liebevoll zu bleiben. Liebevoll zu sein.

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Sich öffnen
Veröffentlicht 2. MAI 2017

Sich öffnen

Ein Schrank, der nicht schließt.
Ein Tor, das nicht öffnet.
Die Heizung gerettet, aber kein Strom.

Das Kaninchen geschlachtet
und allseits drückt der Wolf.
Die Wut, die herein will in die Fenster.

Dabei war alles friedlich,
bis die Angst sagte: Jag es davon.
Was ist es, das wir aussperren wollen?
Es sitzt schon lange da.

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auserwählt
Veröffentlicht 26. APRIL 2017


Heute ist ein Star gegen meine Fensterscheibe geflogen. Im Hochzeitskleid saß er unter meinem Fenster und atmete schwer. Ich dachte: Jetzt ist es geschehen. Ich fragte: Was ist zu tun?
Die innere Stimme sagte: Lass ihn.
Meine Stimme sagte: Du musst! Du musst tun. Katze, Krähe, Gehirnerschütterung. Du musst! Du musst retten.
Mein Kopf übertönte mein Herz. Ich machte mich unsicher. Also ging ich und fragte andere. Vielleicht sind sie sicherer als ich. Alle Eventualitäten wollte ich wissen. Alles, was sein könnte. Dann schaute ich aus dem Fenster. Ich schaute nach dem, was ist: Wie geht es dem Star?
Er war nicht mehr da. Ich dachte: Katze, Krähe, Gehirnerschütterung. Ich dachte: Fenster, schützen, Schuld.
Ich fühlte: Lass ihn. Alles ist gut.
Dann sah ich einen kleinen Spatz, der dort hüpfte.
Ich dachte, wie oft es uns wie diesen Vögeln geht: Mit voller Kraft gegen etwas Unsichtbares rauschen; nicht verstehen, was passiert; weitermachen.